Computer Spiele: Das Böse in Bits und Bytes?

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Alle Jahre wieder – wobei es inzwischen nur noch Monate zu sein scheinen – keimt die Diskussion um so genannte Killerspiele wieder auf. Interessanterweise sind es immer wieder die gleichen Leute, welche die ewig gleichen Plattitüden von sich geben. Neue Argumente gibt es auch nicht, nur die (wissenschaftlich nicht im Geringsten bestätigte) Aussage, dass brutale Spiele ebenso brutale Menschen heranzüchten.

Besonders gerne wird das Argument benutzt, dass diese Spiele eine für Kinder nicht geeignete Brutalität zeigen. Das Interessante an diesem Argument ist die Tatsache, dass kein Computerspieler das Gegenteil behaupten würde. Ego-Shooter und ähnliche PC Spiele sind in der Regel ab 18 Jahren freigegeben bzw. besitzen keine Jugendfreigabe wie es inzwischen heißt. Wie kann man da argumentieren, dass diese Spiele böse sind, weil sie nichts für Kinder sind? Sie sollen ja gar nicht an Kinder verkauft werden. Aber dann hätte man ja kein schönes Argument, man kann sich schließlich nur schwerlich darüber beschweren, dass 18-jährige, die wählen gehen, Auto fahren, Alkohol trinken und rechtskräftige Verträge schließen dürfen, geschützt werden müssen.

Und so schiebt man das Ganze auf Kinder und Jugendliche, die nach dem Gesetz diese Spiele gar nicht installieren und spielen dürften. Die waghalsige Argumentation geht hier weiter, denn die Kinder und Jugendlichen kommen ja sowieso an die Spiele dran, deshalb müssen diese verboten werden. Was ist das für ein Argument? Ich will nicht leugnen, dass es Spieler gibt, die jünger als 18 sind, aber ist es nicht die Aufgabe der Eltern zu schauen, was die Kinder spielen? Ich habe auch schon mit 15 Spiele ab 18 gespielt. Aber – und das ist das Entscheidende – mit der Zustimmung meiner Eltern. Die darauf geachtet haben, dass ich zusätzlich Bücher lese, soziale Kontakte pflege, mich in Sportvereinen engagiere etc. Niemand wird vom Spielen von bestimmter Spiele ein Killer. Es ist ein Freizeitausgleich – so wie manche Menschen mit echten Waffen auf die Jagd gehen und wehrlose Tiere töten. Das Ganze wird als Jagdsport bezeichnet und z. T. schon von Jugendlichen in erwachsener Begleitung betrieben. Mir ist nicht klar, wie dies weniger brutal ist, als vor einem Bildschirm zu sitzen und mit einem Mausklick zu schießen, ohne dass lebende Wesen verletzt oder getötet werden.